Es gab mal eine Untersuchung, in der man einem Hund statt des gewohnten Befehls einfach im selben Tonfall und mit derselben Gestik andere Befehle gegeben hat. Darauf hat dann der Hund getan, was Tonfall und Gesten nahelegten, statt zu tun, was das Wort bedeutete.
Diese Tatsache wird oft als Beweis betrachtet, daß der Hund nicht die Worte verstehen würde sondern nur Tonfall, Gestik und Mimik. Dem muß ich widersprechen, denn ich mache es genauso, wie diese Hunde: Wenn jemand etwas sagt, was er in Anbetracht der Situation nicht gemeint haben kann, frage ich entweder zurück oder, wenn das nicht geht, da der andere schon wieder weg ist, tue ich das, was in Anbetracht der Situation nur gemeint gewesen sein kann. An der Arbeit bezeichnet man das als mitdenken. Und wenn ein Hund so was tut solls plötzlich Dummheit sein?
Es gibt noch einen umgekehrten Beweis.
Wenn ich mit dem Hund rausgehen will, gibt es drei mögliche Fragen, die ich ihm stellen könnte:
"Shaggie, kommst du mit, einkaufen?"
"Shaggie kommst du mit, spazierengehen?"
"Shaggie kommst du mit, fahrradfahren?"
Ob er mit will ist in Abhängigkeit von Außentemperatur, den bisherigen Beschäftigungen am Tag und dem Wetter sehr unterschiedlich. Spazierengehen will er immer. Fahrradfahren nur, wenn es nicht zu warm ist. Einkaufen ist nicht ganz so beliebt, weil man dann so lange vorm Geschäft warten muß, aber wenn es sehr langweilig ist, ist das auch ein guter Gedanke, nur darf es weder zu warm - eingekauft wird mit dem Fahrrad - noch zu kalt - dann wird das Warten unangenehm - sein.
In allen Fällen gehen wir mit der Leine zur Tür und stellen ihm nur die Frage. Auch die Kleidung ist dieselbe. Der Tonfall hängt von der eigenen Stimmung ab. Der Hund kommt immer erwartungsvoll mit zur Tür und hört sich die Frage an. Bei den ersten drei Worten reagiert er noch nicht. Erst wenn er das letzte Wort der Frage gehört hat, ist es als hätte man einen Schalter umgelegt und er gibt seine Antwort.
Dabei ist er sehr deutlich, wahrscheinlich weil er gemerkt hat, daß Menschen weniger deutliche Antworten nicht verstehen. Wenn er nicht mit will, zieht er den Schwanz ein, läuft in die Küche und verkriecht sich in seiner Kiste. Wenn er mitwill, beginnt er zu bellen wie ein irrer und hüpft vor der tür auf und ab. Bei Regen überlegt der Hund es sich oft erst anders, wenn er rausguckt und das Wetter sieht.
Dieser plötzliche Stimmungsumschwung ist nur erklärlich, wenn der Hund die Worte wirklich versteht.
Ich habe es bei unserem mal durchgezählt. Als er zwei, drei Jahren alt war, hatte Widu einen Wortschatz von etwa hundert Worten. Ältere Hunde verstehen oft noch erheblich mehr. Zusammengefaßt kann man sagen, daß viele Hunde alles verstehen, was für sie von praktischer Bedeutung ist. Eine philosophische Diskussion oder Dinge, die nur im Leben von Menschen eine Rolle spielen, versteht er dagegen nicht
Ein Cocker Spaniel aus gutem Hause ist ein temperamentvoller, fröhlicher, anhänglicher und sensibler, aber zuweilen etwas eigensinniger Haushund, der die Wohnung seiner Familie zuverlässig bewacht und