Laut bellend und knurrend stürmt ein weißer Hund, etwa anderhalb mal so groß wie ein Schäferhund auf mich zu. Ich knie mich hin und halte ihm die Hand zum schnuppern hin. In etwa vier Metern Entfernung bleibt der Hund stehen, bellt mich an und ist weder durch mein schmeicheln und locken, noch durch die freundlichen Aufforderungen seines Herrn dazu zu bewegen, noch einen Schritt näherzukommen. Er hat einfach Angst vor mir.
Das ist das Häufigste, was ich erlebe, wenn ich entweder ruhig stehenbleibe oder aber niederknie und einen Hund auch noch zu mir locke. So etwas passiert mir verhältnismäßig häufig - nicht etwa weil ich immer bösen bellenden Hunden begegnen würde - sondern weil ich jeden Hund, den ich sehe, zum Spielen auffordere. Und ein kleiner Teil dieser Hunde ist schlecht erzogen und tut, was ihm sein Instinkt sagt, wie man eine Aufforderung zum Spiel als lieber Hund beantwortet. Viele Menschen haben ihren Hund zuvor noch nie so erlebt. Der Instinkt hat in diesem Fall Unrecht. Meine Aufforderung zum Spiel ist nahezu identisch mit dem, was ein Mensch tut, der Angst hat. Und seine "liebe" Antwort wird jeder Mensch, der nicht sehr viel Ahnung von Hunden hat, instinktiv als lebensgefährlichen Angriff einsortieren, weil ein Hund ein Raubtier ist.
Schlußfolgerung:
Die weitaus meisten "Angriffe" von Hunden auf Menschen sind keine Angriffe sondern freudige Begrüßungen.